Rückblick Veranstaltungen

Bosnien-Situation und Perspektive

Im Rahmen des Gesprächskreises „mittwochs - die neue Reihe“ berichtete Diakon Dieter Falken über seine langjährigen Hilfsaktionen und Programme für Bosnien. Gerade hatte er den 75. Hilfskonvoi nach Novi Travnik auf die Reise geschickt. Diesmal traten neben Hilfsgüter auch 3 Glocken der entwidmeten Langeneichstädter irche die Reise nach Bosnien an. Dieter Falken begann seinen Lichtbildervortrag mit einer Nationalitäten-Landkarte, die uns sehr anschaulich das Hauptproblem in Bosnien aufzeigte. Nach dem Zerfall Jugoslawiens kam der Vielvölkerstaat nie zur Ruhe. In der Ära Tito wurde versucht die nationalen Gegensätze zu unterdrücken. Soziologische Untersuchungen belegen, dass auch heute noch Angehörige anderer Völkerschaften nur
bedingt als Nachbarn, Freunde oder als Heiratspartner akzeptiert werden. Der Hass zwischen Serben, Kroaten und Muslimen scheint unüberbrückbar. Allein bis September1995 wurden in Bosnien 145 000 Tote, darunter 17 000 Kinder registriert. 174 000 Menschen wurden verletzt, davon 75 000 bis zur dauerhaften Invalidität. Rund 80% der Bevölkerung überlebte nur durch humanitäre Hilfe des Westens. Falkens Credo: „Wir wissen alle, man kann nicht alle Not der Welt beseitigen. Man darf aber auch nicht die Hände in den Schoss legen und sagen es hat sowieso alles keinen Sinn. Man muss sich punktuell für eine Sache entscheiden und dann dort auch helfen.“

Die „mittwochs-Reihe“ hat 120 € als Spende an die Kath. Pfarrei Merseburg IBAN: DE 21 800 537 62 331 000 4189 (Hilfe für Novi Travnik) überwiesen.

Wir danken Diakon Dieter Falken für seine langjährige humanitäre Hilfe für Bosnien.

Horst Fischerl

Schubertiade

Schubertiade

Hervorragend, first class, ausgezeichnet. Das waren einige der vielen Attribute, die den Ausführenden Barbara Eimann, Cello, Margit Neumann, Klavier und Dr. Rainer Neumann als Moderator von vielen Besuchern am Ende der musikalischen Veranstaltung „Eine Stunde mit Franz Schubert“ im Gemeindehaus der Friedenskirche als Reaktion auf das Gehörte gesagt wurden.
Schubertiade ist eine Bezeichnung von Schubert selbst für Konzerte in kleinem Kreis, wo insbesondere seine neuesten kammermusikalischen Werke aufgeführt wurden. Mit Barbara Eimann und Margit Neumann haben sich offensichtlich zwei Musiker zusammengefunden, die in den verschiedenen Stilepochen sicher zu Hause sind (vor einem halben Jahr gab es einen Nachmittag mit Bach) und gut miteinander harmonieren, so dass letztlich eine so stimmige Interpretation der aufgeführten Werke erfolgen kann.
Mit der Auswahl der gespielten Stücke wurde in guter Weise die Vielfalt der Schubertschen Werke angedeutet, z. B. mit der technisch schwierigen Arpeggionesonate für Cello und Klavier und der Darbietung von Liedern, deren Schubert ja über 600 geschaffen hat, als Bearbeitung für Cello und Klavier.
Schubert hat ja in seinem nur kurzen Leben, er wurde 31 Jahre alt, eine Vielzahl seiner Werke gar nicht aufführen können oder gehört. Von seinen acht Sinfonien wurde keine zu seinen Lebzeiten aufgeführt. Robert Schumann entdeckte z. B. im Nachlass die Partitur der großen C-Dur-Sinfonie, die „mit den himmlischen Längen“ und veranlasste deren Uraufführung durch Mendelssohn elf Jahre nach Schuberts Tod im Gewandhaus Leipzig.
Dieses und vieles mehr erfuhr man durch die erzählende Moderation von Dr. Rainer Neumann, der es verstand, nicht nur das Leben von Franz Schubert in Hauptzügen darzustellen, sondern auch den Bezug zum gesellschaftlichen und künstlerischen Umfeld herzustellen, sein Leben sozusagen in die Zeit einbettete.
Begeisterter Beifall wurde mit einer Zugabe belohnt, mit „der Forelle“ wie es so in Kurzform heißt.
Die erbetene Kollekte für ein neues Instrument erbrachte 403 Euro. Herzlichen Dank!

Rainer Neumann



Evangelisches Kirchspiel Leuna / Kirchplatz 1 / 06237 Leuna / Tel.: 03461/822935